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Kira Urschinger
Kira Urschinger (Foto: SWR3)

Rund 45 Millionen männliche Küken werden jährlich nach dem Schlüpfen getötet, so das Bundesagrarministerium. Aber es gibt Initiativen, die Eier und Hühnerfleisch anbieten, für das keine Küken getötet wurden. So kannst du sie erkennen.

Neben der Frage, wie die Hennen gelebt haben, ist für viele Verbraucher mittlerweile auch entscheidend, ob Küken für die Eier geschreddert werden. Denn nicht nur Legehennen schlüpfen aus den Eiern, sondern auch männliche Küken. Diese legen allerdings selbst keine Eier, die Aufzucht ist außerdem viel teurer, weil sie länger dauert. Deshalb werden Millionen männliche Bruder-Küken von Legehennen sofort nach dem Schlüpfen getötet. Das betrifft auch Brüder von Bio-Legehennen, wie die Verbraucherzentrale bestätigt. „Ich glaube, dass viele Verbraucher das gar nicht wissen, dass auch im Bio-Bereich Küken geschreddert werden“, sagt Bio-Landwirt Hans Limmer zum Bayrischen Rundfunk.

Auf diese Initiativen können Verbraucher achten

Aber wie erkenne ich denn an der Eier-Packung, ob dafür Küken getötete wurden? Ein einheitliches Siegel – wie für Bio-Ware – gibt es hier nicht. Aber: Es gibt verschiedene Initiativen, die sich gegen das Kükentöten einsetzen. Darunter die Bruderhahn Initiative Deutschland (BID), hier wird für eine Aufzucht der Bruder-Küken gesorgt. Eier kosten pro Stück 4 Cent mehr, dafür werden die Bruder-Küken aber aufgezogen statt aussortiert und getötet. Die Initiative wird unterstützt von Bioland und demeter. Auf den Verpackungen der Eier ist aufgedruckt, dass es sich um betreffende Eier handelt.

Ganz grundsätzlich gilt: Natürlich ist es für die Produzenten auch eine gute Werbung, wenn sie auf ihre Packungen drauf schreiben, dass kein Küken für das Produkt getötet wurde. Deshalb steht es eigentlich auch meist sehr groß und gut sichtbar drauf.

Hier ein paar Beispiele:

Bruderhahn, Spitz&Bube, respeggt – das Angebot ist groß

Es gibt noch viele weitere vergleichbare Angebote, beispielsweise bei der Bruderküken-Initiative von Alnatura, Huhn und Hahn oder der Basic Bruder­herz-Initiative der Bio-Handelskette Basic. Und konventionelle Supermärkte ziehen nach: Bei Rewe gibt es in teilnehmenden Märkten das Label Spitz&Bube. Bei dem ebenfalls zur Rewe-Group gehörenden Anbieter Penny ist ebenfalls eine bundesweite Einführung des bisherigen Tests für respeggt-Freiland-Eier geplant, wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vermeldet. Die Eier kosten hier 2 Cent mehr pro Stück.

Für Tierfreunde wichtig: Die Brüder-Küken werden oft dennoch irgendwann geschlachtet, aber eben nicht direkt nach dem Schlüpfen.

Tierschützer und Warentester befürworten die Label

Die Stiftung Warentest hat sich diese Initiativen angeschaut, auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hält die Anti-Schredder-Eier für empfehlenswert. Auch Öko-Test stellt fest:

Mehr als die Hälfte der Anbieter im Test schafft es nicht, ihre Produktionskette lückenlos zu belegen. Die meisten liefern zwar Nachweise für die Brütereien, in denen die Legehennenküken schlüpfen, die Junghennenaufzucht, die Legebetriebe und die Eierpackstellen. Vielfach fehlen aber Infos für die Elterntierbetriebe, aus denen die Eier der Legehennenküken stammen. Verantwortung für die Tiere fängt jedoch genau hier an. Unser Tipp: Eier kaufen, für die Anbieter die Aufzucht der männlichen Küken garantieren.

Der Trend zum Zweitnutzungshuhn

Eine weitere Möglichkeit ist, Fleisch eines sogenannten Zweinutzungshuhns zu kaufen. Das heißt, es werden eben keine Küken getötet, sondern der Hof nutzt einerseits die Hennen zum Eierlegen und andererseits die Hähne zur Mast. Sind sie groß genug, sind sie als Fleischhahn im Handel erhältlich und bringen den Landwirten somit auch einen Gewinn. So macht es auch Hans Limmer auf seinem Hof in Bayern. Er ist überzeugt von dem Modell.

Zweitnutzungshühner gibt es schon länger auf vielen Höfen, mittlerweile gibt es sie aber auch in Supermärkten zu kaufen. Sie sind allerdings etwas teurer als konventionelle Hühner.

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