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Christian Spöcker
Christian Spöcker (Foto: SWR3, privat)

Warum ist das gefürchtete russische Kriegsschiff „Moskwa“ gesunken? Russland und die Ukraine hatten dafür unterschiedliche Gründe genannt. Nun hat sich ein US-Experte gemeldet.

Bevor das russische Kriegsschiff „Moskwa“ untergegangen ist, ist es nach Angaben eines Vertreter des US-Verteidigungsministeriums von ukrainischen Waffen getroffen worden. Der hochrangige Pentagon-Vertreter, der nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP anonym bleiben wollte, bestätigte damit Angaben der Ukraine: Die „Moskwa“ war laut einem Sprecher der ukrainischen Armee am Donnerstag von Raketen des Typs „Neptun“ getroffen worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte mitgeteilt, der Kreuzer sei vom ukrainischen Militär versenkt worden.

So hatten die ARD-Tagesthemen am Tag des Untergangs der „Moskwa“ berichtet:

Die russische Seite bestätigte die Angaben über einen ukrainischen Beschuss hingegen nicht und teilte mit, dass an Bord des Schiffs Munition explodiert sei. Nach der Explosion sei die „Moskwa“ bei starkem Seegang untergegangen, als das Schiff in Richtung eines Hafens abgeschleppt worden sei.

Beobachter: Kein starker Seegang beim Abschleppen der „Moskwa“

Beobachter haben Zweifel an dieser Darstellung Russlands. Denn Wetterdaten legen ihnen zufolge nahe, dass es unwahrscheinlich ist, dass das Kriegsschiff wegen eines Sturms gesunken ist. Denn am Donnerstag herrschten demnach beispielsweise in Sewastopol auf der Krim nur Windgeschwindigkeiten zwischen fünf und sieben Stundenkilometern. Im Messenger-Dienst Telegram zweifelten mehrere Meteorologen und Militärexperten deshalb die russischen Angaben zum Untergang des Kriegsschiffs an. Auch Wetterexperte Jörg Kachelmann äußerte Zweifel.

Die #Moskva ist ganz sicher nicht wegen eines Sturms gesunken, weil es keinen #Sturm gab. https://t.co/HpfnL6VWWf https://t.co/Dz9paWlOor

Andere Twitter-Nutzer werfen Russland durch satirische Tweets vor, es mit der Wahrheit in Sachen Moskwa nicht so genau zu nehmen.

#Lavrov: „Wir hatten nie ein Schiff namens #Moskva, oder sehen Sie eines?“ https://t.co/dTAxv6ct5H

Ukraine: Bis zu 500 russische Soldaten ums Leben gekommen

Nach Angaben der Ukraine kam bei dem Angriff der Kapitän ums Leben. Eine ukrainische Militärsprecherin sagte zudem, dass die bis zu 500 Besatzungsmitglieder an Bord entgegen der russischen Darstellung nicht gerettet werden konnten.

Der ungenannte Pentagon-Vertreter sagte den Angaben zufolge außerdem, der Untergang der „Moskwa“ sei für Russland „aus symbolischer Sicht ein schwerer Schlag“ und habe in der Flotte eine „Lücke“ gerissen. Hintergrund ist, dass die „Moskwa“ das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte war. Es hatte zusammen mit anderen russischen Schiffen die südukrainische Hafenstadt Mariupol blockiert.

Die „Moskwa“ wurde noch in der UdSSR gebaut

Die „Moskwa“ wurde noch zu Zeiten der Sowjetunion (UdSSR) gebaut, also zu der Zeit, als Russland mit zahlreichen anderen Republiken – darunter auch der Ukraine – einen großen Staat bildete, dessen Zentralregierung in Moskau saß. Die UdSSR löste sich 1991 auf. Manche Beobachter sind der Ansicht, dass der Untergang der UdSSR im Denken von Russlands Präsident Wladimir Putin noch heute eine Rolle spielt, weil Russland dadurch an Einfluss verlor, und damit auch eines der Motive für seinen Angriff auf die Ukraine sein könnte.

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Radionachrichten 15. August, 17:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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