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AUTOR/IN
Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)
REDAKTEUR/IN
Benedikt Strunz (NDR)
Lea Gürtler (NDR)

Zollfahnder haben mehrere Firmen in Nord- und Süddeutschland durchsucht. Der Verdacht: Sie sollen illegal hochgiftige Chemie an Russland geliefert haben.

Seit den Morgenstunden durchsuchen Zollfahnder mehrere Chemie-Firmen in Nord- und Süddeutschland. NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung haben herausgefunden, dass die Firmen illegal Giftstoffe nach Russland exportiert haben sollen.

Der Fall ist brisant, denn mit den Substanzen lassen sich auch Chemiewaffen herstellen – unter anderem das Nervengift Nowitschok, mit dem unter anderem der russische Oppositionelle Alexej Nawalny vergiftet wurde. Nowitschok fällt unter den Begriff Cholinesterase-Hemmer. Was das bedeutet, erfährst Du in der Infobox:

Giftige Chemikalien an Russland: Fälle bis März 2021

Die Zollfahnder gehen davon aus, dass die Firmenverantwortlichen zwischen November 2019 und März 2021in mehr als 30 Fällen Giftstoffe und speziellen Laborbedarf ohne Genehmigung nach Russland ausgeführt haben. Der Fall ist für die Ermittler deshalb brisant, weil die Empfängerfirma der Giftstoffe in Moskau offenbar auch mit dem russischen Nachrichtendienst und mit dem russischen Militär zusammenarbeitet. 

Der Verdacht kommt demnach direkt von den Geheimdiensten im Westen. Sie gehen davon aus, dass Russland ein geheimes Chemiewaffenprogramm betreibt und dafür Grundstoffe verdeckt auch im Westen einkauft.

Ein Labor zur Untersuchung hon giftigen Chemikalien (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Bundeswehr | Instpharmtox Bw)

Nachrichten Razzia bei deutschen Chemie-Unternehmen

Dauer

Die Firmen stehen im Verdacht, illegal hochgiftige Stoffe nach Russland geliefert zu haben.

Hochgiftige Chemie: Firmen lieferten nur kleinste Mengen

Obwohl die nun durchsuchten Firmen lediglich Kleinstmengen der Stoffe ausführten, sind Experten alarmiert. Chemiewaffen könne man davon zwar nicht bauen. Die Stoffe könnten aber als Muster dienen, um die Güte der eigenen Produktion zu überprüfen.

Auf Nachfrage bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade die Razzien, nannte aber keine Details. Auch Verantwortliche der Firmen wollten sich zu den Vorwürfen bislang nicht äußern.

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