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Nachdem die Masche mit den falschen Paketbenachrichtungen nicht mehr ganz zieht, verschicken Betrüger nun vermehrt SMS, die zum Anhören einer Sprachnachricht auffordern.

Auch so eine SMS bekommen? Experten nennen das Smishing. Das Kofferwort setzt sich aus Phishing (Diebstahl von Zugangsdaten) und SMS zusammen. Mithilfe einer SMS versuchen also derzeit Betrüger Kontodaten, Passwörter und andere persönliche Daten abzugreifen. Außerdem nutzen sie die Handynummern, um noch mehr Schaden anzurichten.

Themenübersicht:

So können die Betrugs-SMS aussehen

Die Masche ist immer die gleiche. Es werden SMS mit einem Text verschickt, der einen Grund zum Klicken eines Links vorgibt. Beispiel:

Sie haben 1 neue Voicemail: Gehen Sie zu: https://...

Manchmal werden auch SMS zu angeblichen Paketen verschickt. Die können so aussehen:

Ihr Paket wurde verschickt. Bitte überprüfen und akzeptieren Sie es: http://....

Es gibt auch andere Textvarianten. Etwa die vermeintliche Benachrichtigung, dass dies die letzte Möglichkeit sei, das Paket abzuholen. Und manchmal sind die Falsch-SMS noch perfider: Sie täuschen einen Virus-Befall des Handy vor. Wer dann dem Link zur angeblichen Abhilfe folgt, installiert sich eine Schadsoftware.

Wie erkenne ich eine Phishing-SMS?

Und das haben die SMS alle gemeinsam – einen Link, durch den ein sogenanntes Phishing-Programm installiert wird. Anders als früher, sind sie häufig nicht mehr an seltsamen Formulierungen zu erkennen. Oft wirken die Betrugs-SMS täuschend echt.

SMS mit Link verbreitet schädliche Software

Die SMS kommen meist von einer 0174- oder 0160-Nummer. Der Link endete zu Anfang der Betrugsmasche häufig auf „duckdns.org“. Mittlerweile scheinen aber auch andere Endungen im Umlauf sein. Daher sollte man besonders vorsichtig sein.

Keine Links in unbekannten SMS öffnen

Die Polizei rät:

  • Auf keinen Fall auf Links klicken, die von unbekannter Seite oder unerwartet zugestellt werden. Sollte man einen Link von einer bekannten Nummer erhalten, auf einem anderen Weg nachfragen, was sich hinter dem Link verbirgt.
  • Keine fremden Apps auf dem Smartphone installieren. Da es bei Android-Geräten generell möglich ist, Apps zu installieren, die nicht im Play Store zu finden sind, sollte die Einstellung deaktiviert werden. Wie geht das? Unter „Einstellungen“ nach „Unbekannte Apps installieren“ suchen und die entsprechenden Berechtigungen entfernen.
  • Betriebssystem aktualisieren. Egal, ob Android oder iOS: Updates des Betriebssysstems helfen, sich vor Schadsoftware zu schützen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat weitere Tipps zum Basis-Schutz eures Geräts.
  • Beim Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre einrichten. Dadurch lassen sich eventuell durch die Schad-SMS entstehende Kosten weitgehend vermeiden. Diese Sperren können kostenlos gebucht werden.
  • Rufnummer, von der die SMS versendet wurde, im Handy-Betriebssystem sperren.
  • Fragliche SMS löschen.

Was tun, wenn die Schadsoftware bereits installiert ist?

Wer bereits auf einen betrügerischen Link geklickt und so die Schadsoftware installiert habt, bekommt meist noch mehr SMS oder versendet sogar selbst welche. Um das zu beenden, kann man Folgendes tun:

  • Smartphone in den Flugmodus stellen.
  • Mobilfunkprovider informieren und Drittanbietersperre einrichten lassen
  • Prüfen, ob bereits Kosten entstanden sind.
  • Anzeige bei der Polizei erstatten. Dazu das Smartphone und auch Screenshots mitbringen.
  • Smartphone im abgesicherten Modus starten und prüfen, welche Apps zuletzt oder nicht bewusst installiert wurden. Diese Apps entfernen und das Smartphone neu starten. Die Möglichkeiten für den abgesicherten Modus unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller. Wenn man die Apps nicht selbst entfernen kann, sollte man sich professionelle Hilfe suchen. Eventuell hilft nur das Zurücksetzen des Telefons in den Werkszustand.
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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 25. Januar, 23:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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