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Alkohol, Drogen, Streit, Verleumdungen – und möglicherweise auch Gewalt: Das Ehe-Drama von Schauspieler-Expaar Amber Heard und Johnny Depp wurde öffentlich verhandelt.

Amber Heard, ihr Hund und eine Biene gehen viral: Darum geht es wirklich

Die Schauspielerin Amber Heard muss ihrem Ex-Mann Johnny Depp mehr als 10 Millionen US-Dollar Schadenersatz zahlen. Das schaffe sie finanziell nicht, hat ihre Anwältin nach dem Urteil im Verleumdungsprozess gesagt. Dass er ihr umgekehrt zwei Millionen Dollar für Aussagen seines Ex-Anwalts schuldet, die nach Ansicht der Jury Heards Ruf geschadet haben, ist für sie wohl nur ein schwacher Trost.

Doch damit nicht genug: Jetzt reiten manche Internet-User auf einer Aussage von Amber Heard herum und machen sich damit über die Prozess-Verliererin lustig. Das Team von Newszone (SWR) zeigt, was dahinter steckt.

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Anwältin: Heard kann Strafe an Depp nicht zahlen

Die Schauspielerin Amber Heard ist nach Angaben ihrer Anwältin nicht in der Lage, die im Verleumdungsprozess gegen ihren Ex-Mann Johnny Depp gegen sie verhängte Millionenstrafe zu zahlen. Das sagte die Juristin Elaine Bredehoft dem Fernsehsender NBC. Die 36-Jährige muss ihrem Ex-Mann 15 Millionen Dollar (14 Millionen Euro) Schadenersatz zahlen, während der 58-Jährige ihr zwei Millionen Dollar zahlen muss. Wegen einer Deckelung von Strafzahlungen im Bundesstaat Virginia reduziert sich die Strafe für Heard auf 10,35 Millionen Dollar.

Die Anwältin fügte hinzu, Heard könne die Summe nicht aufbringen. Sie werde außerdem das Urteil anfechten und habe dafür „einige exzellente Gründe“.

Johnny Depp nach Urteil erleichtert

Obwohl beide Seiten zu Schadenersatz verurteilt wurden, sieht nur Johnny Depp sich als Sieger. Der Schauspieler war nicht im Gerichtssaal und meldete sich nach der Urteilsverkündung auf Instagram.

Diese Jury hat mir mein Leben zurückgegeben.

Depp schreibt weiter: „Das Ziel, diesen Prozess voranzubringen, war von Anfang an, die Wahrheit ans Licht zu bringen – egal wie es ausgehen würde. Die Wahrheit zu sagen war etwas, was ich meinen Kindern und all denjenigen, die mich immer unterstützt haben, geschuldet habe. Jetzt wo ich das geschafft habe, fühle ich einen inneren Frieden in mir.

Amber Heard von Urteil zutiefst enttäuscht

Die Enttäuschung, die ich heute fühle, kann man nicht in Worte fassen“, schrieb Amber Heard auf Twitter. Dass die Jury ihr trotz eines „Bergs an Beweisen“ größtenteils nicht geglaubt habe, breche ihr Herz. Das Urteil sehe die Schauspielerin auch als einen „Rückschritt“ für andere Frauen in ähnlicher Situation.

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Johnny Depp und Amber Heard sind beide schuldig

Sechs Wochen lang lieferten sich Schauspieler Johnny Depp und seine Ex-Frau und Kollegin Amber Heard eine Schlammschlacht vor Gericht. Jetzt hat die Jury des US-Bezirksgerichts in Fairfax (US-Bundesstaat Virginia) ihr Urteil gefällt und den gegenseitigen Verleumdungsklagen von Depp und Heard stattgegeben.

Die sieben Geschworenen sahen es als in allen Punkten erwiesen an, dass Heard Depp verleumdet habe – gab aber in einigen Punkten auch Heard recht, dass ein Ex-Anwalt von Depp ihren Ruf geschädigt habe.

Die Jury sprach Depp Schadenersatz in Höhe von zehn plus fünf Millionen Dollar zu. Letztere Summe reduzierte die Richterin aufgrund entsprechender Regulierungen im Bundesstaat Virginia auf 350.000 Dollar. Heard sprach die Jury Schadenersatz in Höhe von zwei Millionen Dollar zu. Letztendlich muss Heard dem Urteil zufolge 8,35 Millionen Dollar (knapp 8 Millionen Euro) an Depp zahlen. Eine Berufung in dem Fall gilt als wahrscheinlich.

Johnny Depp gewinnt Prozess gegen Heard – 15 Millionen Dollar Schadenersatz

Ein Geschworenengericht in den USA hat Schauspielerin Amber Heard wegen Verleumdung ihres Ex-Mannes Johnny Depp schuldig gesprochen. Heard habe den Hollywood-Star verleumdet, indem sie ihm häusliche Gewalt vorwarf, befanden die Geschworenen in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia am Mittwoch. Sie müsse ihm deshalb 15 Millionen Dollar (14 Millionen Euro) Schadenersatz zahlen.

Heute: Jury-Beratungen starten

Der nächste Schritt im Gerichtsstreit: Die Abschlussplädoyers sind rum, jetzt berät die Jury. Nach sechs Prozesswochen voller schwerer Vorwürfe muss die nun ein Urteil finden. Die sieben Jury-Mitglieder müssen dabei zu einer einstimmigen Entscheidung kommen. Sie werden sowohl über Johnny Depps Klage als auch über Amber Heards Gegenklage urteilen. Depp verlangt wegen Verleumdung 50 Millionen Dollar (gut 46 Millionen Euro) Schadenersatz. Heard pocht in einer Gegenklage auf 100 Millionen Dollar.

Johnny Depp mit Überraschungsauftritten in England

Kurz nach den Abschlussplädoyers in seinem Ehekrieg hat sich Johnny Depp offensichtlich eine kleine musikalische Auszeit gegönnt. Er trat überraschend bei zwei Konzerten seines Musikerfreunds Jeff Beck in England auf – am Sonntagabend in der Sheffield City Hall und am Montagabend in der Londoner Royal Albert Hall. Dabei spielten sie auch eine Version des John-Lennon-Songs „Isolation“, den die beiden 2020 zusammen als Single herausgebracht hatten.

Johnny Depp ist begeisterter Musiker und wollte vor seiner Filmkarriere eigentlich Rockstar werden. Das gab er auch während des Prozesses zu Protokoll.

Leben „zerstört“, „ruiniert“, „zur Hölle gemacht“: die Abschlussplädoyers

In dem Verleumdungsprozess zwischen Hollywood-Star Johnny Depp (58) und seiner Ex-Ehefrau Amber Heard (36) haben die Anwältinnen ihre Abschlussplädoyers gehalten. Nun muss die Jury ein Urteil finden. Richterin Penney Azcarate vom Gericht im Bezirk Fairfax im US-Bundesstaat Virginia hat den Fall am Freitagnachmittag (Ortszeit) an sieben Geschworene übergeben. Ein Urteil könnte zwar jederzeit fallen. Das Gremium tagt jedoch nur an Wochentagen. Wegen eines Feiertags am Montag stehen weitere Beratungen kommende Woche erst wieder am Dienstag an.

Heard-Anwältin: Er hat ihr Leben zerstört

Heards Anwältin Elaine Bredehoft sagte in ihrem Schlussplädoyer, Depps Klage habe das Leben ihrer Mandantin zerstört. Heard bekomme Morddrohungen. Depp hingegen habe sich den Schaden an der eigenen Karriere selbst zugefügt. „Wir bitten Sie, diesen Mann endlich zur Verantwortung zu ziehen“, sagte sie zur Jury. Depp habe „nie für irgendetwas in seinem Leben Verantwortung übernommen.“ Die Verleumdungsklage Depps gegen ihre Mandantin und eine „globale Erniedrigungskampagne“ hätten das Leben der Schauspielerin „vollständig zur Hölle“ gemacht.

Amber Heard umarmt ihre Anwältin Elaine Bredehoft nachdem die ihre Schlussplädoyer gehalten hat. (Foto: Reuters)
Amber Heard umarmt ihre Anwältin Elaine Bredehoft nachdem die ihre Schlussplädoyer gehalten hat.

Depp-Anwältin: Sie war die „Misshandlerin“

Depps Anwältin Camille Vazquez sagte in ihrem Schlussplädoyer über Heard, diese habe „sein Leben ruiniert, indem sie der Welt fälschlicherweise gesagt hat, Opfer häuslicher Gewalt durch Herrn Depp geworden zu sein“. In Wahrheit sei Heard in der Beziehung „die Misshandlerin“ gewesen. Benjamin Chew, ein weiterer Anwalt des 58-jährigen "Fluch der Karibik"-Stars, sagte an die Jury gerichtet: „Wir flehen Sie an, ihm seinen Namen, seinen Ruf, seine Karriere zurückzugeben.“

Johnny Depp und seine Anwältin Camille Vasquez nach deren Plädoyer. (Foto: Reuters)
Johnny Depp und seine Anwältin Camille Vasquez nach deren Plädoyer.

In seiner Zivilklage hält Depp seiner Ex-Frau vor, in einem 2018 von der Washington Post veröffentlichten Kommentar zum Thema häusliche Gewalt falsche Aussagen gemacht zu haben. Wegen Verleumdung klagt Depp auf rund 50 Millionen Dollar (gut 46 Millionen Euro) Schadenersatz. Heard hat eine Gegenklage auf 100 Millionen Dollar eingereicht. Depp hat in dem Verfahren mehrfach betont, nie körperliche Gewalt gegen Heard angewandt zu haben. Heard behauptet das Gegenteil.

Auf der Zielgeraden: Schlusspädoyers erwartet

Seit sechs Wochen liefern sich die Hollywoodstars Johnny Depp und Amber Heard vor einem US-Gericht eine Schlammschlacht. Sie werfen sich gegenseitig Gewalt und Missbrauch während der Zeit ihrer Beziehung vor.

Jetzt läuft der Countdown in diesem Rosenkrieg. Am Freitag werden die Abschlussplädoyers erwartet, dann geht der Fall an die sieben Geschworenen.

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Prozessfinale Johnny Depp gegen Amber Heard: Schlussplädoyers werden erwartet

Dauer

Die wichtigsten Momente des Prozesses fasst die Nachrichtenagentur Reuters zusammen:

Factbox: Key moments in the Johnny Depp and Amber Heard defamation trial https://t.co/xylT8jVBqP https://t.co/UsuaX271Vv

Depp versus Heard – Klage und Gegenklage

In seiner Zivilklage hält Depp seiner Ex-Frau vor, in einem 2018 von der Washington Post veröffentlichten Kommentar zum Thema häusliche Gewalt falsche Aussagen gemacht zu haben. Dies habe seinem Ruf geschadet. Wegen Verleumdung klagt Depp auf rund 50 Millionen Dollar Schadenersatz, Heard hat eine Gegenklage auf 100 Millionen Dollar eingereicht.

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SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 28. Juni, 15:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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