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Obwohl der Ölpreis wieder deutlich gesunken ist, bleiben die Spritpreise in Deutschland hoch. Wie werden Verbraucher in anderen europäischen Ländern entlastet? Ein Überblick:

Wie sieht es gerade in Deutschland aus?

„Es darf nicht sein, dass Unternehmen aus der jetzigen Situation unangemessene Gewinne schlagen“. Das hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gesagt und deshalb das Bundeskartellamt gebeten, die Spritpreise zu überprüfen. Der Präsident der Bonner Behörde Andreas Mundt meint: „Wenn die Rohölpreise jetzt wieder sinken und die Tankstellenpreise dem nicht folgen oder sogar weiter steigen sollten, muss man sich das genau ansehen“.

Fakt ist: Es gibt bis jetzt keine übereinstimmende Idee, wie Verbraucher bei den hohen Spritpreisen entlastet werden können. Einige andere europäische Länder sind da schon weiter.

Spritpreise Tankstelle im Vergleich zu 2020 (Foto: IMAGO, Wolfgang Maria Weber)
Wolfgang Maria Weber

Die Niederlande senken Steuern

Ab dem 1. April senkt der Staat vorübergehend die Steuern. Benzin wird dann im Schnitt 17 Cent pro Liter billiger, Diesel 11 Cent. Außerdem wird die Mehrwertsteuer von 21 auf 9 Prozent herabgesetzt. Haushalte mit niedrigem Einkommen erhalten einen Zuschuss, um die hohen Strom- und Gaskosten zu bezahlen. Das können je nach Einkommen bis zu 800 Euro sein. Die Maßnahmen gelten vorerst für ein halbes Jahr.

Frankreich: 15 Cent Rabatt pro Liter

In Frankreich ist Wahlkampf. Die Debatten waren deshalb besonders intensiv, wie Verbraucher entlastet werden können. Ab dem 1. April zahlen die Menschen 15 Cent weniger für Sprit, Autogas oder Biotreibstoff und das für mindestens 4 Monate. Verbraucher sollen so für eine Tankfüllung im Schnitt 9 Euro weniger zahlen.

Irland: Steuersenkung und Zuschüsse

Das Land hat die Steuern für Benzin und Diesel gesenkt. Benzin ist jetzt 20 Cent pro Liter günstiger, Diesel 15 Cent. Außerdem bekommen Logistikunternehmen Zuschüsse für Fahrzeuge. Pro Lastwagen, der für eine Transportfirma registriert ist, soll es einen Zuschuss von 100 Euro pro Woche geben. Diese Zuschüsse werden Mitte Mai überprüft. Die Steuersenkungen gelten bis Ende August.

Slowenien legt Höchstpreise fest

In Slowenien darf Benzin nicht mehr als 1,50 € pro Liter kosten. Diesel ist auf 1,54 € begrenzt. Diese Preise werden erstmal für 30 Tage gelten, hat der slowenische Wirtschaftsminister gesagt. So sich „die Situation auf dem Kraftstoffmarkt beruhigen“.

Schweiz: Erhöhung der Pendlerpauschale oder autofreie Sonntage?

Hier wird noch darüber diskutiert, was getan werden sollte, um die Menschen zu entlasten. Die einen fordern, dass die Pendlerpauschale erhöht wird – also mehr Steuererleichterungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit. Andere wollen, dass der Staat auf die Mineralöl- und Mehrwertsteuer verzichtet, um die Spritpreise zu drücken. Weitere Vorschläge sind ein Tempolimit von 80 km/h und autofreie Sonntage.

Belgien: Der Sprit-Diebstahl nimmt drastisch zu

Viele Belgier fahren zum Tanken gerade nach Luxemburg, weil dort Benzin im Schnitt 40 Cent günstiger ist, bei Diesel sind es 20 Cent weniger. Insgesamt wird in Belgien gerade so viel Sprit geklaut wie noch nie. Diebe bohren Löcher in die Tanks von geparkten Autos oder Lastwagen und zapfen ab was sie kriegen können, um das Benzin oder den Diesel entweder selber zu verfahren oder weiterzuverkaufen.

SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 28. Juni, 15:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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