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Cornelia Stenull
Cornelia Stenull (Foto: SWR3)
Ferdinand Vögele
Ferdinand Vögele (Foto: SWR3)

Einen Monat nach dem mutmaßlichen Amoklauf an der Uni Heidelberg haben Hunderte Studenten bei einem Trauermarsch an die erschossene 23-Jährige Studentin erinnert.

Einen Monat nachdem ein 18 Jahre alter Student an der Uni Heidelberg eine Studentin erschossen hat, haben Hunderte Studierende der Opfer gedacht. Bei einem Trauermarsch durch Heidelberg haben sie an die getötete 23-jährige Biologiestudentin und ihre drei verletzten Kommilitonen erinnert.

Der Marsch ist ein Zeichen des Zusammenhalts und des gegenseitigen Unterstützens“, sagte Michèle Pfister, Co-Vorsitzende der verfassten Studierendenschaft. Etwa 300 junge Menschen gingen am Montagnachmittag mit Kerzen durch die Hauptstraße in Richtung Neuenheimer Feld.

Der Zug endete mit einer Rede an dem Gebäude im Neuenheimer Feld, in dem ein 18 Jahre alter Student mitten in einem Tutorium mit 30 Teilnehmern um sich schoss. Die 23-jährige Studentin starb wenige Stunden später im Krankenhaus an ihren schweren Kopfverletzungen. Der Schütze hatte sich danach selbst erschossen – das Motiv ist immer noch nicht klar.

Trauergottesdienst eine Woche nach mutmaßlichem Amoklauf

Schon vor drei Wochen wurde bei einer Trauerfeier in der Peterskirche an die Opfer des mutmaßlichen Amoklaufs an der Universität Heidelberg gedacht. Vertreter der Universität Heidelberg, Rettungskräfte, Studierende und für die Landesregierung Vizeministerpräsident Thomas Strobl (CDU) entzündeten Kerzen und stellten sie auf eine symbolische kleine Klagemauer im Altarraum der Universitätskirche.

Strobl beim Gedenkgottesdienst: „Wir sind bei Ihnen“

Baden-Württembergs Innenminister Strobl drückte in seiner Trauerrede in der Heidelberger Peterskirche sein Beileid aus. Er hoffe, dass die körperlichen und seelischen Wunden schnell heilen mögen. Es sei wichtig, trotz des schlimmen Erlebten an das Gute im Menschen zu glauben.

Uni-Rektor Eitel: Wissenschaftliche Community steht hinter uns

Universitätsrektor Bernhard Eitel sagte, man sei nicht alleine. Hundertfach habe es aus aller Welt Beileids- und Solidaritätsbekundungen gegeben. Man stehe zusammen und bleibe weltoffen. Das bedeute es „Universität“ zu sein. Man sei nicht allein.

Oberbürgermeister Würzner: „Ganz Heidelberg steht zur Seite“

Auch Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) sprach die Solidarität an, die in Heidelberg nach der Gewalttat vorherrscht. Universität und Stadt seien untrennbar miteinander verbunden.

Zum Ende des Gottesdienstes legten Studierende und Besucher symbolisch weiße Rosen nieder.

12:24 Uhr: Schweigeminute zur Tatzeit für die Opfer

Außerdem gab es um 12:24 Uhr eine Schweigeminute zum Gedenken der getöteten 23-jährigen Studentin und ihrer drei verletzten Kommilitonen.

12:24 Uhr – zu diesem Zeitpunkt kamen am 24. Januar die ersten Notrufe aus dem Vorlesungssaal der Uni Heidelberg, in dem der Täter mehrfach auf die 30 Erstsemester schoss.

Heidelberg

Trauer an Uni Heidelberg Nach mutmaßlichem Amoklauf: Studierende wünschen sich Gedenkort

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Wir rufen alle Mitglieder und Angehörigen unserer Universität auf, um 12:24 Uhr innezuhalten, ebenso wie alle Bürgerinnen und Bürger, unsere Freunde und Partner in aller Welt, die bereits in so vielfältiger Weise ihre Anteilnahme, ihre Solidarität und ihr Mitgefühl zum Ausdruck gebracht haben.

Student schoss an Uni Heidelberg um sich, Motiv unbekannt

Am Montag, dem 24. Januar, hatte ein 18-jähriger Student in einem Heidelberger Hörsaal auf dem Campus-Gelände im Neuenheimer Feld mehrmals auf andere Studierende geschossen. Eine 23-jährige Studentin starb an den Folgen eines Kopfschusses, drei weitere Studierende wurden verletzt. Nach der Tat tötete sich der 18-Jährige selbst. Das Motiv für den Angriff ist laut Polizei weiterhin unklar.

SWR3 Nachrichten (Foto: SWR3)

Radionachrichten 15. August, 18:00 Uhr - SWR3 Nachrichten

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