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Cornelia Stenull
Cornelia Stenull (Foto: SWR3)
Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)
Svenja Maria Hirt
Svenja Maria Hirt (Foto: SWR3)

Im Katastrophenfall entscheiden Sekunden. Um die Alarmstrukturen in Deutschland zu testen, wurden am 8. Dezember um 11 Uhr Warnungen auf alle Handys verschickt.

Auch wenn das Handy lautlos geschaltet war, um 11 Uhr klingelten und vibrierten bundesweit die Handys. So ohrenbetäubend und laut klang das dann:

Bei Warnung geht es im Notfall um Minuten

Vor rund zwei Jahren gab es den ersten bundesweiten Warntag. Dieser endete aber im Desaster, weil sich damals die zentrale Testwarnung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) um 30 Minuten verzögerte. Im Ernstfall könnte eine solche Verzögerung katastrophale Auswirkungen haben.

Warnung am 8. Dezember um 11 Uhr

Inzwischen hat man optimiert und testet mit dem neuen Alarmsystem Cell Broadcast. Alle Besitzer eines Mobiltelefons in Deutschland, die zu dem Zeitpunkt Empfang haben, bekamen um 11 Uhr eine Warnmeldung.

Aber auch über andere Kanäle wurde gewarnt: übers Radio und Fernsehen, über Warn-Apps wie NINA, auf Stadtinformationstafeln und zusätzlich wurden Sirenen, Lautsprecherwagen und die Infosysteme der Deutschen Bahn genutzt.

Warntag mit Cell Broadcast vor Wochen angekündigt

Mobilfunk-Anbieter wie Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica (O2) hatten den Warntag bereits vor einigen Wochen angekündigt.

Am 8.12. ist #Warntag. 🚨🇩🇪 Deutschland probt den Ernstfall. Über Sirenen, Radio, TV, Apps – und erstmals mit Warnmeldung über #CellBroadcast. Mach mit! Und dein Handy dafür bereit. 📱 Damit wir uns in Notsituationen schützen können. Mehr 👉 https://t.co/YOtLQI3WQU @BBK_Bund https://t.co/3er5SrBj6P

In der extra SMS erklärten die Provider, wie der bundesweite Warntag mit dem neuen Warnsystem Cell Broadcast genau ablaufen soll – alle 294 Landkreise und 107 kreisfreien Städte in Deutschland nehmen daran Teil.

Was ist Cell Broadcast?

Cell Broadcast ist ein bundesweites Warnsystem, das Hinweise sendet, wenn eine Gefahr droht – zum Beispiel ein heftiges Unwetter, nach einem gravierenden Störfall oder bei Erdbeben. Diese Hinweismeldungen werden dann automatisch auf Smartphones gesendet.

Wie funktioniert Cell Broadcast?

Bei dem System werden Nachrichten wie Rundfunksignale an alle kompatiblen Geräte geschickt, die in einer Mobilfunkzelle eingebucht sind. Daher stammt auch der Name Cell Broadcast, übersetzt Mobilfunk-Übertragung.

Im Gegensatz zu anderen Warnsystemen wie Nina oder Katwarn muss man für einen Cell Broadcast keine App installieren, um alarmiert zu werden. Der Warntext wird ohne Zusatz-Anwendung auf den Bildschirm geschickt. Wenn ein Cell Broadcast ankommt, ertönt auch ein lautes Tonsignal.

Wer bekommt Cell Broadcast Meldungen auf das Handy?

Leider bekommen nur diejenigen den Cell Broadcast, die ein aktuelles Smartphone und auch die aktuelle Betriebssystem-Software installiert haben. Das Handy muss eingeschaltet und empfangsbereit sein.

Bei den Smartphones wird Cell Broadcast auf Apples iPhones mit den Betriebssystem-Versionen iOS 16, 15.7.1 und 15.6.1 ausgespielt. Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android sind ab Version 11 kompatibel.

Warum wird Cell Broadcast eingeführt?

Dass dieses neue System jetzt auch in Deutschland eingeführt wird, ist eine Folge der heftigen Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli 2021, bei denen es mehr als 180 Tote gab.

Die Flutkatastrophe im Ahrtal hatte gezeigt, dass die Warn-Apps und klassischen Sirenen nicht ausgereicht haben, um die Bevölkerung flächendeckend vor der Gefahr zu warnen. In anderen EU-Staaten ist Cell Broadcast schon im Einsatz.

SMS, Radio, TV, Sirenen: Welchen Probealarm habt ihr mitbekommen?

Unsere Quellen

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Die dpa ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel Reuters, AFP, AP und SID.

Die AFP (Agence France-Presse) ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel dpa, Reuters, AP und SID.

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