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Die Isolation wurde verkürzt. Für einzelne Berufsgruppen gibt es Ausnahmen. Hier kannst du die Dauer der Isolation nach den neuen Corona-Regeln für dich berechnen.

  1. Verkürzte Isolation – das gilt jetzt
  2. Unterschied zwischen Quarantäne und Isolation
  3. Grundregel für die Quarantäne-Zeit
  4. Sonderregeln für wichtige Berufsgruppen
  5. Sonderregeln für Kinder
  6. CT-Wert: Was gilt bei einem Wert >30?
  7. Kritik an der verkürzten Quarantäne
  8. Debatte im Netz

Neue Isolations-Regeln bundesweit beschlossen

Aktuell gelten diese Isolations-Regeln für Infizierte.

In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gilt im Fall einer Infektion mit dem Coronavirus eine verkürzte Isolation von fünf Tagen – falls 48 Stunden vorher keine Symptome mehr aufgetreten sind. Wer weiterhin Symptome hat, zum Beispiel Fieber oder Husten, der muss auch weiterhin in Isolation bleiben – bis zu zehn Tage. Anders als zuvor braucht es zum Beenden der Isolation kein negatives Corona-Testergebnis mehr. So ein Test ist zwar nicht mehr vorgeschrieben, wird aber noch immer empfohlen. Enge Kontaktpersonen oder Menschen, die mit Infizierten in einem Haushalt leben, müssen nicht mehr in Quarantäne – unabhängig von ihrem Impfstatus. Rheinland-Pfalz empfiehlt Kontaktpersonen aber: „Kontakte zu anderen Personen reduzieren, in geschlossenen Räumen eine FFP2-Maske tragen und sich für einen Zeitraum von 5 Tagen täglich selbst testen.“

Der Unterschied zwischen Isolation und Quarantäne

Achtung: Wichtig ist es, zwischen Isolierung und Quarantäne zu unterscheiden:

  • Eine Isolierung oder Isolation ist eine von einer Behörde angeordnete Maßnahme für Menschen, bei denen eine Corona-Infektion durch einen PCR-Test bestätigt wurde. „Die Isolierung kann zu Hause erfolgen oder bei schwerem Krankheitsverlauf im Krankenhaus. Die Entlassung aus der Isolierung erfolgt nach festgelegten Kriterien. Zum Zeitpunkt der Entlassung ist davon auszugehen, dass die Person nicht mehr ansteckend ist“, heißt es auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
  • Die Quarantäne ist eine zeitlich begrenzte sogenannte Absonderung von Personen, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt. Das betrifft meist Kontaktpersonen von nachweislich infizierten oder erkrankten Menschen. Die Quarantäne kann sowohl behördlich angeordnet sein als auch freiwillig erfolgen. Aktuell gibt es in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz keine verpflichtende Quarantäne mehr.

Ziel dieser Regelungen ist es, die Kontakte zu anderen Menschen zu vermeiden, die man ebenfalls infizieren und damit das Virus weitergeben könnte.

Grundregel: Infektion mit der Omikron-Variante kein Unterschied

Zwischen den einzelnen Corona-Varianten gibt es beim Thema Isolation keine Unterschiede, auch für Omikron gelten keine Ausnahmen. Wer sich infiziert hat, muss auch hier für mindestens fünf Tage in Isolation. Allerdings gilt Omikron als eine Corona-Variante mit milderem Krankheitsverlauf. Das ist ein Grund, warum die Corona-Regeln zuletzt deutlich gelockert und größtenteils aufgehoben wurden.

Die Infektionen mit der Omikron-Variante verlaufen bei den meisten Betroffenen nach wie vor weniger schwer, die Situation in den Krankenhäusern hat sich ebenfalls nicht verschärft.

Spezielle Quarantäne-Regeln für wichtige Berufe

Der Bund hat während der Pandemie immer wieder spezielle Regeln für Menschen beschlossen, die in besonders wichtigen Einrichtungen mit Patientenkontakt arbeiten, in der sogenannten kritischen Infrastruktur.

Dazu zählen unter anderem:

  • Krankenhäuser
  • Pflegeeinrichtungen
  • Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Wer in Baden-Württemberg einen medizinischen Beruf hat, darf erst wieder mit einem negativen Schnelltestergebnis arbeiten, spätestens nach dem 15. Tag nach dem ersten positiven Ergebnis. Auch in Rheinland-Pfalz müssen Menschen, die zum Beispiel in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Pflegediensten, Arztpraxenn oder Einrichtungen der Eingliederungshilfe arbeiten, einen negativen Test vorlegen. Es gelten hier bei einer Testeinrichtung vorgenommene PoC-Antigentests oder PCR-Tests – letzterer muss negativ sein oder einen CT-Wert über 30 haben.

Diese Regeln gelten für Kita- und Schulkinder in BW und RLP

In Baden-Württemberg gilt für Schul- und Kitakinder mit positivem Pool-PCR-Test lediglich ein Zutrittsverbot der Schule, es gilt aber noch keine Isolationspflicht. Bei einem Pool-PCR-Test werden mehrere Proben gemeinsam untersucht. Ist das Ergebnis positiv, ist auch mindestens ein Test des Pools positiv. Das Zutrittsverbot gilt nur bis zum Ergebnis des individuellen Tests des Kindes, der nach einem positiven Pool-PCR-Test durchgeführt werden sollte. Ist der individuelle Test positiv muss das Kind in Isolation. Hierbei gelten die selben Regeln wie für Erwachsene. Auch für Schülerinnen und Schüler, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten, gilt keine Quarantänepflicht.

Auch in Rheinland-Pfalz gilt für Schul- und Kitakinder bei einer Infektion mit dem Coronavirus eine Isolation von mindestens fünf Tagen. Eine Quarantänepflicht für Kontaktpersonen gibt es auch hier nicht mehr. Seit dem 1. Mai gilt keine fünftägige Testpflicht für Schulklassen mehr, wenn sich dort ein Schüler oder eine Schülerin mit dem Coronavirus infiziert hat.

CT-Wert >30 mit positivem Test: Was gilt?

Jede Probe wird mehreren Messzyklen unterzogen; der CT-Wert zeigt an, wie viele Zyklen nötig waren, bis das Virus nachgewiesen werden konnte. Je höher dieser Wert ist, desto länger hat es also gedauert, bis etwas gefunden wurde. Das spricht für eine geringe Viruslast.

Bei einem CT-Wert von über 30 spricht man von einer so geringen Viruslast, dass man die Isolation nach sieben Tagen vorzeitig verlassen darf – obwohl der dazugehörige PCR-Test ein positives Ergebnis anzeigt. Die Ansteckungsgefahr sei dann sehr gering.

Für Kontaktpersonen in Quarantäne gilt diese Regelung allerdings nicht. Sie brauchen zwingend ein negatives Testergebnis.

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Kritik an neuen Regeln

Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben ihre Corona-Verordnungen unter anderem mit den neuen Isolationsregeln angepasst. Vorausgegangen war eine Empfehlung von Gesundeitsminister Karl Lauterbach, die Isolation auf mindestens fünf Tage zu verkürzen. Das Freitesten, also ein Corona-Test nach fünf Tagen, wird demnach empfohlen, ist aber nicht vorgeschrieben. Während medizinisches Personal in Rheinland-Pfalz nach einer Coronainfektion einen negativen PoC-Antigentest oder PCR-Test vorlegen muss, reicht in Baden-Württemberg wie auch ein Bayern ein Schnelltest. Das stößt bei der Deutschen Stiftung Patientenschutz auf Kritik: „Eine Freitestung von medizinisch-pflegerischem Personal auch durch Bürgertests darf es nicht geben. Covid ist keine Bagatelle." Gerade die Millionen der vulnerablen Gruppe, die in der Regel zu Hause lebten, dürften nur von Menschen versorgt werden, die keine Corona-Infektion haben. „Ein Schnelltest kann das nicht garantieren.“

Debatte um neue Quarantäne-Regeln im Netz

Auch im Netz gab und gibt es eine heftige Debatte über die neuen Quarantäne-Regeln. Die einen finden die Verkürzung der Isolation gut, andere können diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Auf Twitter wird die verkürzte Isolation von vielen kritisiert.

So, Baden-Württemberg hat es jetzt offiziell verkündet. Ab morgen: ✅Nur noch 5 Tage Isolation ❌Keine Freitestung notwendig ❌Keine Quarantäne für Haushaltsangehörige und sonstige Kontaktpersonen. Unabhängig vom Impfstatus. Da hat man doch gleich ein gutes Gefühl. Nicht.

Das wird ein Spaß, wenn nächste Woche ab Tag 6 der Isolation alle noch fett Positiven mit Symptomen in die Praxis spazieren. Focused Protection. Ja ja. Ist klar. #COVID19

Vor 5 Tagen hatte ich den pos. ST u. PCR. Nach neuen Regelungen dürfte ich morgen wieder arbeiten gehen. Als Mitarbeiterin im Gesundheitswesen müsste ich mich zum Glück freitesten, denn heute leuchtet der ST noch fröhlich vor sich hin. Nur 5 Tage Isolation ist keine gute Idee!

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