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Björn Widmann
Björn Widmann (Foto: SWR3)

Wochenlang stand FC-Bayern-Kicker Joshua Kimmich in der Kritik, weil er nicht gegen Corona geimpft war. Nach seiner Infektion hat sich seine Meinung jetzt geändert.

Vier Wochen Quarantäne und eine Corona-Infektion haben FC-Bayern-Kicker Joshua Kimmich dazu gebracht, sich doch impfen zu lassen. Kimmich sagte dem ZDF: „Generell war es für mich einfach schwierig mit meinen Ängsten und Bedenken umzugehen, deshalb war ich auch so lange unentschlossen.

Er habe „persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht“, hatte Kimmich Ende Oktober gesagt. Viele Experten sagen aber, dass langfristige Nebenwirkungen bei den Corona-Impfungen ausgeschlossen sind.

Kimmich fehlt den Bayern noch bis Januar

Die Fans von Joshua Kimmich müssen allerdings noch eine Weile warten, bis sie ihn wieder auf dem Platz sehen. Das volle Training könne er noch nicht mitmachen, schrieb Kimmich auf Instagram. „Ich freue mich, dass meine corona-bedingte Quarantäne beendet ist. Mir geht es sehr gut, allerdings kann ich aufgrund von leichten Infiltrationen in der Lunge aktuell noch nicht voll trainieren.

Der 26-Jährige war insgesamt vier Wochen in Quarantäne. Erst als Kontaktperson von Niklas Süle bei der Nationalmannschaft und dann als Infizierter.

Kimmich macht noch nicht das volle Training

Jetzt macht Kimmich erst mal ein Aufbautraining. Er könne es kaum abwarten, „im Januar wieder voll mit dabei zu sein.“ Das erste Spiel im neuen Jahr bestreiten die Bayern am 7. Januar zum Rückrundenstart gegen Borussia Mönchengladbach.

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann macht sich gar keine Sorgen, weil die Infiltration nicht so dramatisch sei. Nagelsmann geht davon aus, dass Kimmich in sieben bis zehn Tagen mit dem Aufbautraining beginnen könne.

Lungenexperte: Kimmichs Probleme können noch lange andauern  

Ob Kimmich zu der Zeit schon wieder voll belastbar ist, kann im Moment noch niemand sagen. Die Lungenprobleme könnten auch noch lange andauern: „Wir kennen bei Corona Fälle, die sich schnell zurückbilden und wir kennen Fälle, die wirklich lange brauchen, bis sie sich zurückbilden, selbst bei initial leichten Verläufen“, sagte der Intensivmediziner Christian Karagiannidis. Ihm seien Patienten bekannt, die bis zu ein Jahr lang mit den Folgen der Erkrankung in der Lunge zu kämpfen hatten.

Lungenfacharzt: Kimmichs Lungenbläschen vom Virus betroffen

Dass er noch den ganzen Dezember ausfallen wird, weiß Kimmich jetzt schon. Zu Kimmichs „leichter Infiltration der Lunge“ sagt der Intensivmediziner Karagiannidis, dass die Bronchien oder die Lungenbläschen von dem Virus betroffen seien, aber die Einschränkungen der Lungenfunktion eher geringer ausfallen.

Genau wegen solcher Krankheitsfolgen empfiehlt Karagiannidis vor allem für Profisportler eine Corona-Impfung: „Selbst wenn sich nur so ein bisschen ein längerer Verlauf einstellt, ist die Höchstleistung nicht möglich und das ist halt das, was Profisportler brauchen. Deswegen ist es eigentlich gerade die Gruppe unter Jüngeren, für die die Impfung mit am wichtigsten ist, um ihre Leistungsfähigkeit auf dem hohen Niveau auch wirklich gut zu erhalten“, sagte der Arzt.

Fußball | Meinung Der Profifußball muss endlich seiner Vorbildrolle gerecht werden

Joshua Kimmich outete sich unlängst als bislang ungeimpft. Beim zurückgetretenen Werder-Trainer Markus Anfang steht der Verdacht der Nutzung eines gefälschten Impfzertifikats im Raum. Der Profifußball wird seiner Vorbildrolle nicht gerecht, findet SWR-Sportredakteur Johann Schicklinski. Daher sollte es eine Impfpflicht für diese Berufsgruppe geben.  mehr...

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